Pussy Write

Pussy Write ist eine Sammlung von DIT (Do it Together) Methoden, um gemeinsam Geschichten am Ort zu finden.
Schreiben ist Sprechen. Schreiben ist Teilen.
Auch Ihr seid Pussy Write.

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Pussy Write is a collection of DIT (do it together) methods of creating site specific stories- together.
Writing is talking. Writing is sharing.
You are Pussy Write.
Pussy Write Lese- und Schreib Soirée
Wir sind seit einiger Zeit als Pussy Write in der Stadt unterwegs- und experimentieren damit, an verschiedenen Orten (gerne öffentlich) zu schreiben und zu lesen. Jetzt laden wir alle herzlich ein, Anfang März mit...

Pussy Write Lese- und Schreib Soirée

Wir sind seit einiger Zeit als Pussy Write in der Stadt unterwegs- und experimentieren damit, an verschiedenen Orten (gerne öffentlich) zu schreiben und zu lesen. Jetzt laden wir alle herzlich ein, Anfang März mit uns gemeinsam zu pussieren.

Komm in UNSERE BAR, lass die Stimmung auf dich wirken und schreibe in kurzer Zeit. Die Etappen sind nie länger als 7 Minuten. Verlese das Ganze dann am gleichen Ort. Was passiert? Du wirst zum teilnehmenden Beobachter, doch darüber hinaus schafft das Schreiben eine poetische Meta-Ebene. Jeder ist eingeladen, mitzumachen.
Sei (k)eine Pussy!

Zur Einstimmung lesen wir zu Beginn Texte von Christiane, Judith, Mariam und Martin in alphabetischer Reihenfolge oder anders.

(https://www.facebook.com/events/266084533830313/)

WORUM GEHT ES? In der heutigen Zeit werden wir ständig mit Problemen beballert. Vor lauter Problemen sehen wir manchmal gar nicht mehr, was die echten Probleme sind. Wir wollen raus aus der Negativität. Raus aus der Problemschleuder. rein in den...

WORUM GEHT ES?   In der heutigen Zeit werden wir ständig mit Problemen beballert. Vor lauter Problemen sehen wir manchmal gar nicht mehr, was die echten Probleme sind. Wir wollen raus aus der Negativität. Raus aus der Problemschleuder. rein in den Frühling! Daher gehen wir zum Gründonnerstag in die LÖSUNGSMITTELOFFENSIVE. Wir sammeln Lösungen, wir sammeln Ansätze, wir sammeln Lösungsmittelworte und lösen alle Probleme. Auch die, die noch gar nicht aufgetaucht sind. Pussy Write beschreibt die Welt, damit sie besser wird.

Sie nannten mich Mama Meike

  • Ein Lager voller Ähren
  • Das Sofa auf der Dritten Ebene
  • Mama Meike und die Frau mit Bart

Sie nannten mich Mama Meike…..
…aber das war natürlich nur ein Code-Wort!

Nur die engsten Mitarbeiter kannten ihn.
Er bedeutet aber auch eine gehörige Portion Verantwortung -

Es will schon was heißen, die geistige Mutter für 380 Undercover-Livespieler bei Ikea zu sein.
Mit meinem Hirn steuere ich sie Alle - mache die Einteilung (also wer in welcher Abteilung, und mit wem und welchem verkaufsfördernden Dialog). Dafür hatte ich einen speziellen Platz, gleich nach der Wohnzimmerabteilung und vorbei an den Sitzmöbeln, hoch oben auf der Dritten Ebene tronte ich auf meinem High-End-Sofa.

Einzig und allein auf die Frau mit Bart mußte ich gehörig aufpassen. Sie kam mir mehr als einmal in die Quere (und ebenso häufig fand ich ein Haar von ihr in meiner Suppe).

Sie hatte ihre eigenen Mittel diese von mir gesteuerten “Bewohner” unserer Live-Sets zu beeinflussen. So ging sie zum Beispiel einmal zu dem Darsteller, der  für den Mini-Balkon eingeteilt war (des Appartments, welches wir intern auf den Spitznamen “Schwedenbitter” getauft hatten), und versprach ihm doch glatt ein Lager voller Ähren. Als Bedingung dafür solle er aber nicht länger nur das Plastikwürstchen den den ganzen Tag grillen, sondern darüberhinaus auch noch den in den typischen-Landesfarben-gehaltenen String-Tanga  tragen …..

*prost*

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Pussy Write Episodes.

Wir laufen durch die Stadt und hören dabei alle die gleiche Musik, zum Beispiel diese) über Funkkopfhörer. Als würde man durch einen Episodenfilm spazieren. Dann beginnt unsere wie immer genau getimete Schreibphase. On Location. Geschrieben haben wir zum Beispiel im Aufzug im Europacenter. Wo uns das Sicherheitspersonal entfernen wollte. Wir fragten den einen, in Uniform, nach seinem Lieblingswort, “VERBOTEN”. Überraschung. Sein Kollege im Pullover schaffte es jedoch, dass uns der Mund offenblieb. Sein Lieblingswort (das wir natürlich promt in den nächsten Text einbauten) lautete: PLEBISZITÄRE PARTIZIPATIONSMÖGLICHKEIT. 

Am Ende des Abend landeten wir im Klo: einer völlig überteuerten Touristenkneipe, die scheinbar alle Scherzartikelläden der Stadt aufgekauft hat und einen Spaßvogel in einen Käfig hinter Knöpfe gesetzt hat. Mit denen konnte er nicht nur unseren Tisch hüpfen lassen, sondern auch diverse andere Lustigkeiten in Gang setzen, während er uns und alle anderen Gäste, übers Mikrophon beleidigte. Das Bier (Fucking Hell) war ok-ish lecker und dem Namen entsprechend teuer. Nur zu toppen von Gerichten, die in Nierenschalen serviert wurden. 

Erinnerung an Lakritz, keine Rosinen, Opa Ignatz

Das türkische Wort für Pobäckchen ist Rosine. Ich denke an Pobäckchen, als ich eine kalifornische Rosine koste, die mir auf einem Markt in Deutschland angeboten wird. 

Ich denke nicht nur an Pobäckchen, sondern auch an Opa Ignatz, der so alt ist, dass er gar keine Pobäckchen mehr hat. Seine Haut ist wie eine Rosine, ganz braun und faltig.

Opa Ignatz ist nicht von hier, aber auch nicht aus der Türkei. Ich weiß eigentlich nicht, wo Opa herkommt. Er wuchs auf dem Lande auf und war sehr arm. Er ging nicht auf den Markt, wie ich, er baute selbst an.

Später, als er studieren gehen wollte, war er zu arm, sich ein Zimmer zu leisten. Also was machte Opa Ignatz? Er schlug sein Zelt auf. Dort schlief er in der Nacht, am Tage saß er in der Bibliothek und las- bis der November kam  und die Stürme und der Nebel.

Er zog in die Welt und fand sich auf einem Boot wieder, das eine Touristenfahrt durch bedeutende Grotten machte. Er hörte dem Reiseführer interessiert zu und griff immer wieder in eine Papiertüte, in der sich herrliche, schwarz glänzende Lakritzstangen befanden und warteten, von ihm vernascht zu werden.

Er heuerte an und wurde selbst Bootsmann. Er liebte es, den Touristen von den mysteriösen Höhlen zu erzählen und sein Lakritz mit ihnen zu teilen.

Eines Tages fuhr eine junge Frau mit auf dem Schiff. Sie erstaunte Ignatz sehr, denn sie naschte Lakritz UND Rosinen. Beides gleichzeitig ließ sie in ihrem kleinen Mund verschwinden. Ignatz fand die Vorstellung verlockend, dass sich salziges und süßes in ihrem Mund vereinten.

Und wie in Hypnose küsste er sie in dem Moment, in der er ihr die Hand reichte zum Ausstieg aus dem Boot.